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Katastrophale Schäden nach Jahrhundertfrost

Es hatte alles so gut angefangen. Der zweitwärmste März seit Messbeginn mit viel Sonnenschein, ein milder Februar und hohe Temperaturen in der ersten Aprilhälfte führten zu einer sehr frühen Obstbaumblüte. Die Kirschbäume begannen bereits Ende März zu blühen, die Birnbäume Anfangs April und kurz danach blühten schon die ersten Apfelbäume. Die weisse Pracht machte Hoffnung auf eine ertragsreiches 2017.

Dann kam der 18. April und mit ihm eine Phase mit massiven Kälteeinbrüchen. Das Thermometer fiel in der Nacht teilweise auf minus 6 Grad. Zu tief für viele Obstbäume. Die Frosthärte ist während des Aufbrechens der Knospe, der Blüte und der Blattentfaltung am geringsten. So kam es bei vielen Obstbäume zu massiven Schäden.

Jetzt, rund drei Wochen später, beginnt sich das katatrophale Ausmass der Schäden abzuzeichnen. Besonders betroffen sind die Frühblüher – Kirschen, Zwetschgen und Aprikosen. Die Nordwestschweiz meldet bei den Tafelkirschen einen Totalausfall, bei den für den Hochstammanbau so wichtigen Industriekirschen wird von 95 Prozent Ausfall ausgegangen. In Gegenden, wo die Nähe zu einem See die Temperaturtiefs etwas abgefedert hat (z.B. das Luzernen Seetal oder die Zuger-Rigi-Chriesi-Region) mögen die Verluste nicht ganz so hoch sein. Noch unklar ist die Situation beim Mostobst in der Ostschweiz. Da die Bluescht der Apfel- und Birnbäume noch nicht so weit forgeschritten war, besteht hier mehr Anlass zu Hoffung. Das Ausmass der Schäden wird erst Mitte Juni ersichtlich sein. Es wird aber auch hier Schäden und grosse regionale Unterschiede geben.

Dieses Jahr wird es viele Produkte ohne Schweizer Früchte und ohne das Label Hochstamm Suisse geben. Besonders betroffen sind Produkte mit Schweizer Kirschen und Zwetschgen, die Hochstamm Suisse in den letzten Jahren besonders gefördert hat. Für die Hochstammkirschenbauern wird es das dritte Jahr hintereinander mit Ernteausfällen sein. Erst das Hitzejahr, dann die Kirschessigfliege und jetzt der Frost. (15. Mai 2017)

 

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